5 Tipps für mehr Engagement auf Social Media

Wo früher noch die Follower gezählt wurden, reisst man sich heute um Engagements: Welcome to Social Media.

Aber warum eigentlich?

Stellt euch Engagements wie ein Gespräch zwischen zwei Personen vor – eine Person sagt etwas, und die andere antwortet darauf. Wenn ihr also etwas postet, beginnt ihr ein Gespräch mit euren Followern. Wenn diese etwas mögen, teilen oder kommentieren, antworten sie. Sie reagieren, sie interagieren. Macht Sinn, oder?

Engagements können also als vereinfachte Form einer Zwei-Weg-Kommunikation betrachtet werden. Das wiederum bedeutet, dass sich die Follower aktiv mit eurer Marke oder euren Beiträgen auseinandersetzen und die Werbewirkung folglich viel höher ist als bei einer blossen Impression.

Warum Follower nicht mehr die beliebteste Social Media Währung sind

Unbestritten: Eine hohe Followerzahl sieht auch heute noch toll aus. Dass dieses Ziel allein aber nicht mehr priorisiert wird, hat zwei Gründe:

  • Die Anzahl der Follower sagt nichts über ihre Qualität aus. Das können zwar Fans eurer Marke sein, aber auch passive Social Media User. Und solange letztere nicht mit eurem Brand interagieren, nützen sie euch wenig – die Interaktion und die Kunden-/Markenbindung bleibt aus.
  • Follower zu gewinnen ist heute unglaublich schwierig. Social Media platzt mit Content aus allen Nähten, die User werden selektiv. Da resignieren viele Brands schlichtweg und investieren ihre Ressourcen lieber in einzelne Content Pieces, die Engagements bringen.

Engagement ist nicht gleich Engagement

Je nach Plattform und strategischer Ausrichtung des Brands, kann die eine oder andere Art von Engagement wichtiger werden. Denn jede Social Media Plattform hat eigene Funktionalitäten, Schwerpunkte, Formate, und somit auch unterschiedliche Engagement Möglichkeiten, an die sich Brands anpassen müssen. Die zwei folgenden Beispiele zeigen solche Unterschiede auf.

“Saves” auf Instagram:

Das Speichern eines Beitrags scheint aus Markensicht kaum relevant. Diese Engagements sind nämlich nicht öffentlich – das heisst, andere User sehen nicht, wie oft ein Beitrag gespeichert wurde. Wenn ihr aber beispielsweise an eine Marke denkt, die ihren Followern Rezepte zur Verfügung stellt, ist ein Save sehr viel Wert. Nimmt der User das Rezept zu einem späteren Zeitpunkt hervor und kocht es nach, bedeutet das eine sehr starke Interaktion zwischen User und Marke.

“Likes” auf LinkedIn:

Während auf manchen Kanälen die Likes von Posts als “basic” abgestempelt werden und man sich auf aufwändigere Engagements konzentriert, haben Likes auf LinkedIn immer noch einen hohen Wert. Grund dafür ist, dass die mit einer Einzelperson vernetzten User den Like sehen und somit den Beitrag in ihrem Feed angezeigt bekommen. Im besten Fall teilen die gemeinsamen Kontakte ihre Interessen und finden so ebenfalls einen Mehrwert in eurem Post. Likes auf LinkedIn steigern also eure Reichweite organisch.

Die Wichtigkeit von Engagements liegt folglich einerseits im Potenzial zur Steigerung der organischen Reichweite, andererseits in einer starken Interaktion mit dem Brand und zu guter Letzt darin, Vertrauen zu schaffen: Ein Beitrag, der viele öffentliche Engagements aufweist, der also beliebt ist, wirkt auf neue User vertrauenswürdig.

Eine klare Content Strategie mit festgelegten KPIs hilft euch bei diesen vielen Möglichkeiten, zu priorisieren, zu planen und verschiedene Engagement Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Wie schafft ihr es, für eure Beiträge mehr Engagements zu erhalten?

Zunächst ist es wichtig, eine durchdachte Strategie für eure Social Media Aktivitäten zu erstellen und Kanäle, Ziele und KPIs festzulegen. In einem nächsten Schritt geht es an die Ideation und Creation eures Contents. Legt einen Fokus auf Themen, Geschichten und konkrete Inhalte, die für eure Zielgruppe die höchste Relevanz haben und den grösstmöglichen Mehrwert schaffen. Im Channeling könnt ihr in einem nächsten Schritt planen, über welche Kanäle ihr welchen Content spielen wollt.

In diesem Step könnt ihr euch bereits auf den Inhalt und das Format fokussieren, die so viele Engagements wie möglich generieren sollten. Fehlen euch Ideen für coole Formate, könnt ihr euch hier inspirieren lassen.

Wir haben ein paar nützliche Tipps zusammengestellt, die euch in der Planung und Aufbereitung der Inhalte einen zusätzlichen Boost für mehr Engagements geben:

#1 Keep it snackable

Social Media ist kein Blog und es ersetzt auch nicht eure Website im Sales Funnel. Social Media Plattformen werden meist im upper Funnel genutzt – wo die Aufmerksamkeit das knappste Gut ist. Erwartet von euren Followern deshalb nicht, dass sie ellenlange Social Media Captions lesen. Denn das grundlegende Verständnis für eure Inhalte oder euer Thema verschaffen sich die User erst auf eurem Blog oder eurer Website. Am besten wird deshalb Content aufbereitet, der schnell verständlich und schnell konsumierbar, d.h. snackable ist. Fasst komplexe Inhalte zu branded graphics oder Infografiken zusammen, formt starke und relevante Aussagen – am besten visuell. Das sichert euch die Aufmerksamkeit eurer Follower und ihr gewinnt ihnen möglicherweise sogar einen Like ab.

Beispiel: Planoly nutzt für ihre Branded Graphics konsequent eigene Designs, Illustrationen und Visual Templates, um unterschiedliche Content Kategorien zu bespielen und Infos einfach und übersichtlich zu übermitteln.

Beispiel: Hootsuite nutzt häufig Infografiken, sodass ihr social Content direkten Mehrwert bietet. Interessierte können sich natürlich vertieft in die Themen einlesen, erhalten aber durch den snackable Content bereits relevante Infos, die sie direkt nutzen können.

#2 Keep it visual

Wir bleiben bei der Aufmerksamkeit, die Social Media Content für eure Themen generieren soll: Das schafft ihr heute fast nur noch mit visueller Unterstützung eurer Aussagen. Denn Social Media User sind mit einer gewaltigen Flut an Inhalten konfrontiert.

Euer Job ist es deshalb, den Usern zu zeigen, wo sie hinschauen und wann sie ihr Scrollen unterbrechen sollen. Sofern ihr nicht nur eine Zielgruppe von Content Marketing Gurus ansprechen wollt, die auch auf rein textlichen Content anspringen, geht nichts über eine visuelle Unterstreichung eurer Botschaft. Sollten eure Inhalte dennoch mal in rein textlicher Form mehr Sinn machen – beispielsweise auf LinkedIn – verwendet kurze Sätze, Emojis oder Hashtags um den Lesefluss zu vereinfachen und den Content aufzulockern.

Beispiel: MyCamper arbeitet mit Content Creators, um tolles visuelles Material zu ihren Geschichten zu kreieren. So bleiben die Beiträge individuell und persönlich – ohne auf Stock Footage zurückgreifen zu müssen.

#3 Keep it personal

Dass euer Content geteilt wird (im besten Fall von jemandem, die/der nicht bei euch angestellt ist), ist das Beste, was euch passieren kann. “Persönliche” Empfehlungen sind nämlich nach wie vor die wirkungsvollste Werbung. Und das geschieht auf Social Media, sobald jemand euren Inhalt mit seinem persönlichen oder beruflichen Netzwerk teilt.

Ein solches Engagement zu erreichen ist relativ schwierig, aber nicht unmöglich. Überlegt euch bei der Content Planung, welche Peers oder Accounts ihr ansprechen möchtet, wie ihr einen für sie möglichst grossen Nutzen generieren könnt oder wie ihr sie sogar in den Beitrag einbinden könnt.

Wodurch können sich diese Accounts mit eurem Content profilieren, welche Message wollen sie unbedingt mit anderen teilen und mit welchen Inhalten können sie sich identifizieren? – zielt mit euren Botschaften direkt auf ihre Pains und Gains ab.

Eure Mitarbeitenden und Partner stellen hier übrigens ein wichtiges Asset dar. Insbesondere auf LinkedIn spielen die Mitarbeitenden in der Pflege des Social Media Auftritts eures Unternehmens eine grosse Rolle. Sie können sich mit “Dream Accounts” (z.B. potenziellen Kund:innen oder wichtigen Peers) vernetzten und diese dazu auffordern, eurem Unternehmen zu folgen. Durch gegenseitiges Reposten von Content wird zudem die organische Reichweite schnell gesteigert.

Beispiel: Studio Nord markiert das Unternehmensprofil sowie persönliche Kontakte von Kund:innen wie Viva von Agua Schweiz. Die Mitarbeitenden teilen den Unternehmenspost, der wiederum von persönlichen Kontakten aus dem Kund:innen Netzwerk kommentiert wird.

#4 Keep it social

Wer kennt es nicht: Die meisten Ressourcen fliessen in sorgfältig recherchierten und professionell aufbereiteten Content. Teilt ihr diesen via Social Media, tröpfeln während 3 Tagen um die 10-15 Likes rein. Während dem Teamdinner hingegen macht jemand einen Schnappschuss vom Team, teilt ihn via Social Media und – zack! 40 Likes innert einer Stunde. Das ist das “social” in Social Media.

Aber ist Social Media auch im Unternehmenskontext nur da, um lustige Teamfotos und Behind-the-Scenes Eindrücke zu teilen? No way. Aber ab und zu lockert das euren Feed auf jeden Fall auf.

Zusätzlich ist es einen Gedanken wert, eure Mitarbeitenden, Kund:innen oder Peers direkt in den Content miteinzubeziehen. Haben Mitarbeitende z.B. eine eigene Perspektive auf ein Thema? Können Aussagen von Kund:innen zu relevantem Content umgemünzt werden? Gibt es persönliches Foto- oder Video-Material, welches eine neue Perspektive auf eure Story unterstreicht?

Beispiel: Ellexx führt Interviews in einem für ihre Zielgruppe relevanten Kontext durch. Ihr Content basiert also bereits in der Ideation auf der Integration anderer Personen und Unternehmen, was sie auch bei der Social Media Distribution berücksichtigen.

#5 Keep it simple

Einfache Content Planung basiert auf einer guten Strategie. Im Rahmen dieser können unterschiedliche Themengefässe, Content Kategorien, Formate und Templates festgelegt werden. Es ist nicht nötig und braucht zu viele Ressourcen, mit jedem Post das Rad neu erfinden zu wollen. Ein Redaktionsplan, der die unterschiedlichen Formate berücksichtigt, hilft bei einer termingerechten und effizienten Aufbereitung. Erfolgreiches Content Marketing ist plan- und skalierbar.

Beispiel: Rausch nutzt auf ihrem Instagram Kanal unterschiedliche – aber sich wiederholende – Templates und Formate, um den Followern Tipps zu geben, neue Produkte zu präsentieren, mehr über das Thema Nachhaltigkeit zu erzählen oder die Inhaltsstoffe der Produkte zu erklären

Übrigens: Um mehr Engagements zu genrieren, ist auch Paid Social erlaubt! Überlegt euch im Rahmen eurer Content Strategie, welches die Beiträge sind, die für die Zielgruppe den grössten Mehrwert haben oder die euer Produkt am besten repräsentieren. Diese Beiträge könnt ihr dann mit wenig Budget sponsern, um aussagekräftige Learnings zu generieren. Andererseits könnt ihr euch eure Follower entscheiden lassen: Wertet eure Beiträge in regelmässigem Abstand aus und sponsert diejenigen Posts, die bereits organisch die meisten Engagements generiert haben.

Hands down, Social Media ist ein sich ständig veränderndes Feld – Zauberformeln gibt es nicht. Schlussendlich geht es uns allen gleich: Wir müssen testen, Learnings generieren, Optimierungen ableiten und umsetzen. Und das immer mit der leisen Vorahnung, dass morgen wieder alles anders sein könnte. Belohnt wird, wer ausprobiert und mutig ist.

Für einen unverbindlichen Austausch oder konkreten Anfragen zur Content Distribution via Social Media helfen wir euch gerne weiter.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin

Weitere Beiträge

ozzy and charles
Content Marketing

Probleme mit Personas? Zielgruppenanalyse in 4 Schritten

Die Zielgruppenanalyse wird von vielen Marketern häufig als einmalige oder sogar optionale Aktivität verstanden, die alle paar Jahre relevant wird. Personas werden oft falsch verwendet. Dabei liegt hier der grösste Hebel.

Monika Seo Tools
SEO

SEO Tools: Unsere Favoriten

Wie erhalte ich mehr organischen Traffic? Welche Themen interessieren meine Kund:innen? Ist meine Website überhaupt bei Google indexiert? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, benötigt man die passenden Tools. Wir stellen euch unsere 10 Favoriten vor. Damit auch ihr die für euch passenden Tools finden könnt.

5 Phasen der Customer Journey
Online Marketing

Customer Journey: 7 häufige Fehler im Online Marketing

Woher wissen wir, wann wir welchen Content wo an unsere Zielgruppe ausspielen müssen? Das können wir nur, wenn wir die Customer Journey unserer Zielgruppe kennen. Wir zeigen euch, welche 7 Mythen im Marketing Umfeld dazu kursieren und worauf ihr achten müsst.