content market fit

Content Marketing Strategie: In 6 Schritten durch Content neu positionieren

Strategien haben mich schon immer fasziniert.

Neben meiner praktischen Erfahrung mit SEO und Content Marketing Projekten, habe ich mich deswegen auch von bekannter Literatur wie Sun Tzus „Art of War“ inspirieren lassen.

Erst nach und nach habe ich gemerkt, dass Krieg und Marketing wahrscheinlich weniger miteinander zu tun haben, als ich zuerst dachte.

Im Krieg geht es darum, den Gegner zu besiegen. Man trifft sich auf dem Schlachtfeld und bringt seine Truppen in Stellung. Eine direkte Kollision mit den feindlichen Truppen wird nicht nur in Kauf genommen, sondern ist gewollt.

Im Marketing jedoch ist das direkte Kräftemessen mit einem Konkurrenten das, was wir idealerweise vermeiden wollen. Das Ziel einer Marketingstrategie ist es nicht, stärker oder besser als die Konkurrenz zu sein, sondern anders.

David Perell schreibt in einem Essay über das Erfolgsrezept von Facebook

When you compete to be the best, you imitate. When you compete to be unique, you innovate.
Quelle: David Perell - writer, teacher and podcaster

Ein bekanntes Framework für Innovation ist das des Design Thinkings.

Dieser Artikel baut auf diesem Mindset auf. Da Marketing Strategien sehr vielfältig ausfallen können und wir keineswegs Expert:innen in jeglichen Bereichen sind, setzen wir hier einen Fokus spezifisch auf Content Marketing Strategien.

Inhalt

Wozu braucht es eine Content Marketing Strategie?

Tag für Tag wird mehr und mehr Content kreiert. Treiber dieses Trends sind mitunter Suchmaschinen und Social Media Kanäle, die konstant mit Content gefüttert werden wollen.

In der Kreation von Content für diese Kanäle liegt genau die Krux beim Content Marketing. Durch das ungeheure Wachstum dieser Plattformen gibt es heute mehr trivialen und minderwertigen Content denn je.

Für jeden Artikel, der hoch in den Suchresultaten rankt oder auf LinkedIn Likes abholt, werden zig Kopien geschaffen, mit dem Ziel, einen ähnlichen Erfolg zu erreichen. Das hört sich nicht nach Innovation an.

Sich von positiven Marketing Beispielen inspirieren zu lassen ist natürlich völlig okay (dazu später noch mehr). Die meisten Kopien greifen aber oft nur einen Bruchteil der Performance des Originals ab.

Noch schlimmer: Sogar wenn ein Artikel Klicks generiert, differenziert und positioniert er den eigenen Brand nicht, baut kein Vertrauen auf und konvertiert schlussendlich auch keine Leser:innen zu Kund:innen. Und genau darum braucht es eine Strategie.

Was ist die Aufgabe einer Content Marketing Strategie?

Das Ziel jeder Content Marketing Strategie muss es sein, Content-Market-Fit zu erreichen.

Content-Market Fit habt ihr, wenn ihr genau wisst, mit welchem Content, in welchem Format, über welchen Kanal ihr die Zielgruppe erreichen und konvertieren könnt.

Er ist also ein bewährtes Rezept für die Kundenakquisition durch Content.

Content-Market-Fit erreicht ihr, indem ihr Content kreiert, welcher:

  • die exakten Trigger, Pain Points oder Wünsche potenzieller Kund:innen anspricht (Market),
  • sie auf relevanten Kanälen mit attraktiven Formaten erreicht (Channel),
  • und die Brücke zum Produkt schlägt und Leser:innen zu Kund:innen konvertiert (Product).

Content-Market-Fit zu erreichen ist unser Ziel und zugleich unser grösster Hebel.

Content Market Fit
Content-Market-Fit-Quadrant

Eine detaillierte Erklärung des Modells ist soeben in Arbeit – gerne halten wir euch per Newsletter über die nächsten Blogartikel auf dem Laufenden.

Wie kreieren wir eine Content Marketing Strategie?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie man zur eigenen Strategie gelangen kann. Ich folge einem Prozess, der stark am Design Thinking Framework angelehnt ist.

Das Design Thinking Framework gefällt mir persönlich sehr, da es den Strategieprozess nicht als einmalig abgeschlossen betrachtet, sondern es darum geht, Content- und Marketingideen zu testen, zu iterieren und zu verbessern.

Eine Content Marketing Strategie für die nächsten 12 Monate in Stein zu meisseln, sehe ich weder als praktikabel noch sehr erfolgversprechend an. Zu oft ändern sich Variablen oder ergeben sich durch die Kreation und das Publishen neue Erkenntnisse, als dass diese ignoriert werden könnten. Durch eine iterative Herangehensweise habt ihr die beste Chance, Content-Market-Fit zu erreichen und Content zu kreieren, der euch hilft, eure Unternehmensziele zu erreichen.

Die nachfolgenden sechs Phasen sind deswegen nicht voneinander getrennt zu betrachten, sondern in einem konstanten Wechselspiel.

CM Prozess Design Thinking
Die 6 Phasen gemäss dem Design Thinking Modell

1. Understand where you are and why

Wo befinden wir uns? Wo liegen Probleme und Potentiale?

Eine Content Marketing Strategie baut immer auf einer Analyse der aktuellen Marktlage, dem Verständnis der Zielgruppe und der damit verbundenen Challenges auf.

Auch hier kann das Content-Market-Fit Framework verwendet werden.

  • Market: Wer gehört zur Zielgruppe und welche Bedürfnisse hat sie?
  • Channel: Auf welchen Kanälen ist sie unterwegs? Wieso? Wo erreicht man sie effizient?
  • Content: Welcher Content und welche Themen sprechen die Zielgruppe an UND funktionieren auf den einzelnen Kanälen?
  • Product: Wie kann unser Content ein Proxy für unser Produkt sein? Wie kann das eigene Produkt in den Content verwoben werden?

Die Status Quo Analyse hilft euch, besser zu verstehen, wo ihr steht, was die grossen Challenges sind und wo ihr möglicherweise Blindspots habt.

Auch bestehender Content sowie laufende Marketinginitiativen sollte deswegen analysiert und evaluiert werden.

Einen umfassenden Content Audit durchzuführen, kann bei grösseren Seiten notwendig sein, um sich überhaupt mal einen Überblick zu verschaffen, welche Content Initiativen auf welchen Kanälen in Gange sind. Dies im Detail zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Artikels jedoch sprengen.

Disclaimer:

Eine Content Marketing Strategie setzt voraus, dass Product-Market-Fit erreicht wurde. Ohne genau zu wissen, wie sich der Markt zusammensetzt, wer zu eurer Zielgruppe gehört und wie ihr deren Bedürfnis löst, ist es sehr schwierig, eine erfolgreiche Content Marketing Strategie zu kreieren, die an den richtigen Stellen ansetzt.

Product Market Fit
Product-Market-Fit
Beispiel:

2018 haben wir Skinmed beim Relaunch Support unterstützt. Die Klinik wuchs bis zu diesem Zeitpunkt schon auf knapp 40 Angestellte an und hatte Product-Market-Fit klar bewiesen. Die Suchmaschine war zudem ein wichtiger Akquisekanal. Weder das technische Setup noch der dazumal existierende Content waren aber für Suchmaschinen optimiert. Entsprechend war es für mich wie den Kunden wichtig zu verstehen, wo wir uns befinden, wo wir hinwollen und wie sich der Weg dahin gestalten könnte.

Weitere Details zu diesem spezifischen Case findet ihr in der dazugehörigen Relaunch Case Study.

2. Observe your audience

Wie verhält sich unsere Zielgruppe?

Im Design Thinking und im Marketing ist die Kundin oder der Kunde der Schlüssel zum Erfolg. Wenn ihr das Problem der Kund:innen löst, lösen die Kund:innen euer Problem.

Da die meisten Content Marketing Strategien nicht von einer Person konzipiert und umgesetzt werden, ist ein gemeinsames Kundenverständnis sehr wichtig und das Fundament, auf dem der Design Thinking Prozess in den nächsten Phasen aufbaut.

Anfangs wird es Blindspots geben, die ohne zusätzlichen Research nicht aufgedeckt werden können. Aber auch später können wertvolle Insights gewonnen werden, welche helfen, die Definition der Zielgruppe zu schärfen. Das ist die Stärke des Design Thinking Modells.

Zu wissen, wie eure Zielgruppe tickt, ist das Fundament auf dem ihr euer Content Marketing aufbaut.

Wieso?

Jon Steel, Stratege hinter der bekannten „got milk?“ Kampagne, hat dies so formuliert: 

The best and most effective advertising is that which sets out to involve consumers, both in its communication and in the process of developing its message.
Quelle: Jon Steel - strategic consultant

Ich glaube, dass diese Maxime auch gut aufs Content Marketing übertragen werden kann.

Dementsprechend beginnt ihr diese Phase (auch wenn ihr mit der Zielgruppe vertraut seid) mit qualitativen Interviews. Wenn ihr diese noch nie selbst gemacht habt, habe ich hier ein Fragebogen Template verlinkt, dem ihr folgend könnt.

Als Proxy für die eigene Zielgruppe können stellvertretend gerne die besten Kund:innen genommen werden. Also Kund:innen, die eurem Ideal Customer Profile entsprechen und von denen ihr mehr gewinnen wollt.

Beispiel:

Durch den konstanten Kontakt mit bestehenden Kund:innen, sowie eine regelmässige Befragung ebendieser Kund:innen mittels qualitativen Interviews, konnte ich für Digital Leverage schnell zentrale Themen identifizieren.

Kundenbefragung
Auszug aus einem Kundengespräch

Taucht ein Gesprächspunkt oder Problem bei unterschiedlichen Kund:innen auf, könnt ihr mit relativ grosser Sicherheit sagen, dass es sich lohnen wird, Content rund um dieses Thema zu kreieren.

Der Kreation von fiktiven Persona-Profilen stehe ich schon lange ziemlich kritisch gegenüber. Ein alternativer Prozess, um potenzielle Kunden besser zu verstehen, zeige ich in unserem Artikel zur Zielgruppenanalyse auf.

3. Define your point of view

Was ist unsere einzigartige Perspektive?

Die ersten zwei Schritte im Prozess haben dazu gedient herauszufinden, wo ihr steht, sowie besser zu verstehen, was eure Zielgruppe, resp. potenziellen Kunden brauchen.

Nun geht es darum, diese zwei Dinge zu vereinen. Ihr möchtet herausfinden, wie ihr die eigene Expertise in Content übersetzen könnt, welcher die Zielgruppe über relevante Kanäle erreicht und ihr Problem löst. Das ist der Kern unserer Strategie.

Es geht also darum, den eigenen Product-Market-Fit respektive die eigene Positionierung in Content zu übersetzen. Das kann sich jetzt ziemlich abstrakt anhören. Eine Möglichkeit, dies greifbarer zu machen, ist das Niederschreiben der eigenen Company Story. Ich habe unseren strategischen Storytelling Prozess hier festgehalten. Die Digital Leverage Story findet ihr hier.

Nachfolgend habe ich die wichtigsten Fragen zusammengestellt, die ihr euch in dieser Phase stellen solltet:

1. Für welche Themen wollen wir uns positionieren?

Die Kundeninterviews, welche ihr unter Schritt 2 durchgeführt haben, sollten euch mehr über die Painpoints der Kund:innen verraten haben. Diese Pain Points gilt es nun in übergreifende Themen zu übersetzen.

Wieso Pain Points? Ganz einfach: Content funktioniert, wenn er beim Kundenproblem oder -wunsch ansetzt und nicht einfach eine interessante Info oder “nice to have” ist.

Diese Themenpools sollten also spannend für eure Kund:innen sein, zudem solltet ihr hier auch wirklich was zu sagen haben. Nur wenn durch das Lesen des Contents auch ein Mehrwert generiert wird, kann Vertrauen aufgebaut werden.

2. Welche Kanäle wollen wir bespielen?

Kennt ihr die Zielgruppe, wisst ihr, wo sie unterwegs ist – und wo nicht.

Idealerweise konzentriert ihr euch auf ein bis zwei, maximal drei Kanäle, die sich idealerweise komplementieren.

Für viele Kund:innen setzen wir bei Digital Leverage z.B. auf SEO in Kombination mit organischem LinkedIn Marketing, da es beides textbezogene Plattformen sind, über die Zielgruppen im B2B Bereich effizient erreicht werden können.

3. Welche Formate bieten sich an?

Kombiniert ihr die Themen mit dem Kanal, gibt es normalerweise eine limitierte Auswahl an möglichen Formaten.

Der Channel diktiert also das Format.

Klar darf und soll man auch mal über den Tellerrand schauen.

Egal ob Inbound oder Outbound, Instagram, SEO, LinkedIn oder Newsletter – es gibt praktisch immer etablierte Formate, die besser funktionieren als andere.

In Suchmaschinen hat man z.B. nur eine Chance für ein transaktionales Keyword zu ranken, wenn man auch eine entsprechende Produkt- oder Landingpage bietet. Mit einem Blogartikel kommt man nicht weit.

Auf Instagram funktionieren wiederum Videos oft besser als Bilder und tendenziell auch besser als textlastige Posts. Trotzdem gibt es natürlich immer Ausnahmen.

Bei der Auswahl der Formate darf man sich sehr gerne von der Konkurrenz inspirieren lassen. Funktioniert ein Format gut, soll und darf das kopiert werden. Der Content und die Insights, die ihr bietet, müssen aber immer einzigartig und auf eure spezifische Zielgruppe abgestimmt sein.

4. Wie konvertieren wir Leser:innen zu Kund:innen?

Das letzte Puzzleteil ist die Verbindung von Content zum Produkt, respektive zur eigenen Dienstleistung. Es muss eine Brücke vom eigenen Content zum Angebot geschlagen werden – und das nicht erst, wenn die Zielgruppe in der Solution- oder sogar Product-Aware Phase gelandet ist. Einen brillanten Talk zum Thema Product-Led Content von Fio Dosetto findet ihr hier.

Fazit:

Durch die Kombination der richtigen Pain Points entlang der Customer Journey und der Wahl des richtigen Channels und der richtigen Formate soll schlussendlich eine Strategie kreiert werden, wie Content-Market-Fit erreicht werden kann.

Beispiel:

Die Zielgruppe des SaaS Start-up Gong setzt sich vorwiegend aus Sales Personen zusammen, die heiss auf Sales Tipps und Insights sind, um mehr zu verkaufen (Market). Da sich viele Sales Leute auf LinkedIn rumtreiben (Channel), setzt Gong hier einen Fokus und produziert einen Grossteil des Contents spezifisch für die Plattform. Durch ihre Software kommen sie an ebendiese Insights, die sonst so niemand bieten kann. Und dieser einzigartige Content geht auf LinkedIn ziemlich ab (Content). Beispielsweise haben sie 300’000 E-Mails auf Call to Actions untersucht, die am besten funktionieren, um ein erstes Meeting zu buchen. Hier schlagen sie dann auch die Brücke zum Produkt: Wer selbst datengetriebener verkaufen will, benötigt Gong! Ihr Leitspruch ist “If you can see the data, you can improve it.

Screenshot Gong LinkedIn
LinkedIn Content von Gong

4. Ideate & Plan

Wie bringen wir unsere Ideen aufs Papier?

Idealerweise entspringen die ersten Ideen für Content den übergreifenden Themenpools, welche ihr gerade festgelegt habt. Ein übergreifendes Thema beziehungsweise ein Pain Point wie z.B. “IT Sicherheit in Finanzunternehmen” steckt das Spielfeld ab, sagt aber noch relativ wenig darüber aus, was für Content nun geschaffen werden soll. Hier wollt ihr anhand der oben festgelegten Strategie nun konkrete Content Ideen ausarbeiten, die auf die Zielgruppe und den Kanal passen.

Customer Journey oder Funnel Frameworks können in dieser Phase helfen, konkrete Ideen für jede Etappe zu finden, in der sich potenzielle Kund:innen befinden. So erhöht ihr die Chancen, dass diese auch mit euren Inhalten in Kontakt kommen.

Wir nutzen gerne das Framework aus dem Buch “Breakthrough Advertising”, welches vier fundamentale Phasen aufzeigt, welche die Zielgruppe auf dem Weg zum Kauf durchläuft.

Unaware: Die Zielgruppe ist sich des eigenen Problems noch nicht bewusst.

Problem Aware: Die Zielgruppe hat erkannt, dass ein Problem existiert.

Solution Aware: Die Zielgruppe ist auf der Suche nach einer Lösung zum Problem.

Product Aware: Die Zielgruppe vergleicht unterschiedliche Produkte/Angebote.

Dieses Framework soll euch helfen, jeden Schritt in der Customer Journey mitzuverfolgen und zu überlegen, welche essentiellen Fragen zum jeweiligen Zeitpunkt beantwortet werden müssen, um die Kund:innen weiter in ihrer Journey zu bringen.

Komplementär könnt ihr ein Brainstorming oder eine Keyword Research durchführen (falls SEO ein wichtiger Kanal ist). Oder ihr geht nochmals durch die Interview Manuskripte, um euch inspirieren zu lassen.

IT Keyword Research
Auszug aus der Keyword Research mit dem Keyword Finder

In den letzten drei Monaten haben wir bei Digital Leverage zwei Anfragen erhalten, die einen grossen Wert auf die Kreation einer Content Marketing Strategie gelegt haben – entsprechend haben wir diesen Artikel priorisiert.

Viele Ideen kommen dann, wenn sie kommen. Euer Task als Content Marketer ist es nicht einfach einen Brainstorming Workshop zu organisieren, sondern Interaktionen mit dem Team, den Kund:innen, der Konkurrenz und anderen Thought Leaders als Inspiration für eigene Ideen zu nutzen.

Euer Ziel muss es sein, gute Ideen aufzuschreiben und über die Zeit zu verfeinern.

Beispiel:

Ich selbst pflege eine Liste an Ideen, welche ich fortlaufend weiterentwickle. So habe ich zu jeder Zeit mehr Ideen, als ich überhaupt testen kann.

Backlog
Marcos Themen Backlog

Als Content Marketer sollte man also ein „always-on“ Mindset entwickeln, wie dies die Agentur Animalz in ihrem Post zur Topic Ideation beschreibt.

„A lot of what I do is thinking about customer pain points and how to explain our resolution – every time I hear something in a call, read it in an email or even on a competitors website, I create a note for myself.“

Sobald eine konkrete Idee für einen einzelnen Post gefunden ist, geht es dann in die nächste Phase – die Kreation des eigentlichen Contents.

5. Create & Prototype

Guten Content zu kreieren, ist eine der grössten Hürden im Content Marketing Prozess. Hier scheitern aus Erfahrung entsprechend viele Unternehmen.

Oft mangelt es an Ressourcen genauso wie Kompetenzen. Entsprechend liegt aber auch gerade hier einer der grössten Hebel, um sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Ein bewährter Weg, mit dem ihr gleich beide Hürden (Mangel an Kompetenz, Mangel an Ressourcen) bewältigen könnt sind Interviews.

Anstatt, dass ihr vor dem leeren Blatt sitzt und euch überlegt, was ihr genau schreiben wollt, kann dadurch das euch jemand interviewt oder ihr einen Experten interviewt die Content Creation losgetreten werden.

Natürlich solltet ihr euch auf das Interview entsprechend vorbereiten. Mit 5-10 relevanten Fragen und 30 Minuten Zeit, könnt ihr aber mit relativ geringem Aufwand ein spannendes Interview aufnehmen, das dann in unterschiedliche Content Prototypen und Formate umgesetzt werden kann.

Das Stichwort hier ist effektiv „Prototype“! Konzentriert euch auf Content, den ihr mit eurem Team relativ schnell entwickeln und umsetzen könnt. Nur so schafft ihr einen Feedback Loop, von dem ihr profitieren könnt.

Es muss also nicht gleich immer der Ultimate Guide oder ein 20-seitiges Whitepaper geschrieben werden. Startet klein und beschleunigt fortlaufend. Social Media Plattformen bieten sich besonders an, um erste Ideen zu testen.

Aus einem Interview entspringt zuerst womöglich nur ein LinkedIn Post. Kommt der aber gut bei der Zielgruppe an, kann er in einem nächsten Schritt ausgebaut und in einen Blogartikel verwandelt werden. Aus einem Blogartikel können über zusätzliche Interviews dann ganze Artikel-Serien aufgebaut werden.

Dies bedeutet nicht, dass jegliche Content Kreation spontan geschehen soll.

Es ist oft auch sinnvoll, eine Reihe an Posts oder Artikel planen, um ein Thema gesamtheitlich abzudecken. Gerade wenn es um die Kreation von Content Hubs für Suchmaschinen geht, ist es unumgänglich, dass langfristig geplant wird und Keywords sowie Suchabsichten schon in die jeweiligen Briefings einfliessen, aufgrund deren dann die effektiven Inhalte erstellt werden.

Hier müsst ihr selbst die Balance finden. Oft zahlt es sich nicht aus, monatelang zu planen, da schlussendlich doch alles anders kommt. Auf der anderen Seite ist es aus SEO Sicht aber auch nicht ideal, wenn einfach wahllos Content kreiert wird.

Bei Digital Leverage halten wir es normalerweise so, dass wir den Content fürs nächste Quartal planen, aber immer noch Raum übrig lassen, um mit einem neuen Format zu experimentieren oder auf aktuelle Events und Ereignisse zu reagieren.

Beispiel:

Aaron Orendorff hat aus einer Konversation mit einem Kollegen (Interview) einen Twitter Thread zum Thema Content Writing geschrieben (Prototype). Das Feedback auf Twitter war so überwältigend, dass er sich darauf entschieden hat, seinen Prozess runterzuschreiben und mit Videos zu ergänzen. Heute bietet er diesen Prozess als Checkliste an und sammelt so Leads für eine mögliche bezahlte Version.

6. Test & Distribute

Wie erreichen wir die Zielgruppe?

Wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe, ist es, dass in die Content Distribution genauso viel Zeit und Ressourcen investiert werden muss, wie in die Content Kreation.

Es reicht heutzutage nicht mehr “last minute” noch ein paar Keywords in den Text reinzudrücken, damit dieser z.B. in Suchmaschinen rankt. Oder einen Artikel einfach auf LinkedIn zu teilen. Vielmehr muss die Distribution schon in der Strategie, der Ideation und Kreation berücksichtigt werden.

Während wir in Phase 5 etwas in Bewegung setzen wollten, um dann grössere Content Projekte stemmen zu können, gehen wir in der Distribution quasi den umgekehrten Weg.

Das nennt sich dann “Repurposing”: Wir brechen ein grösseres Content Piece in seine fundamentale Bestandteile runter, um diese in regelmässigen Abständen, in passenden Formaten und auf relevanten Kanälen platzieren zu können.

Repurposing
Repurposing von einzelnen Content Elementen

Ihr wollt den Content also so hart wie möglich für euch arbeiten lassen!

Jedesmal, wenn ihr Content teilt, aktualisiert oder in einem neuen Format publiziert, profitiert ihr von diesem initialen Investment, ohne dass ihr nochmals einen grossen Effort machen müsst.

Beispiel:
  • Ihr publiziert einen Blogartikel, optimiert auf spezifische Keywords.
  • Ihr platziert das Transkript des ursprünglichen Interviews auf einer externen Plattform und setzt einen Backlink zum gerade veröffentlichten Artikel.
  • Ihr teilt die besten Zitate aus dem Interview auf LinkedIn.
  • Ihr brecht die wichtigsten Hauptaussagen in 5-10 Slides runter und teilt diese auf LinkedIn.
  • Ihr kreiert aus diesen Hauptaussagen einen Twitter Thread.
  • Ihr erwähnt diesen Artikel in eurem monatlichen Newsletter.

Wichtig: Die Distribution ist nie zu Ende. Ein Artikel, der nun zu ranken beginnt, sollte iterativ angepasst und aktualisiert werden, um Rankings zu halten/gewinnen.

Wichtig: Die Assets, die ihr oben geschaffen habt, können nicht nur einmal, sondern mehrere Male übers Jahr (inkl. minimaler Anpassungen) distribuiert werden. Oft erreicht man beim ersten Mal nur einen Teil der Zielgruppe. Die Personen, welche man erreicht hat, werden sich 6 Monate später kaum erinnern, den Post schon mal gesehen zu haben.

Wie wissen wir, ob es funktioniert?

Keine Content Marketing Strategie ist ohne Tracking und Reporting vollständig. Durch die Messung von Traffic, Keyword Rankings, Newsletter Anmeldungen und Konversionen, die durch eure Inhalte generiert werden, schafft ihr einen Feedback Loop, der es euch ermöglicht, ineffektive Taktiken zu verwerfen und erfolgreiche Formate zu priorisieren.

Fragen an unsere Leser:innen:
  • Wie denkt ihr über Content Marketing Strategien

  • Habt ihr Design Thinking und Content Marketing in der Vergangenheit schon mal kombiniert?

  • Was macht ihr anders?

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