Was wir von Barack Obama über Keyword Research lernen können

Welcher SEO Consultant kennt es nicht: Man hat einen tollen Einfall für ein spannendes, neues Keyword, zu dem Content erstellt werden soll. Ein Blick in euer SEO Tool zeigt aber schnell: Das Suchvolumen dafür ist sehr niedrig. Wie ihr den Mut nicht verliert und euer Einfall trotzdem in eine Seite mit vielen Klicks verwandeln könnt, das zeigen wir euch hier. Wir SEOs können uns nämlich eine grosse Scheibe von Barack Obama abschneiden.

Barack Obama
Barack Obama - Wahlkandidat oder SEO Experte?

Inhaltsverzeichnis

Fundraising à la Barack Obama

Bei seiner Wiederwahl 2012 erhielt Barack Obama 96.6 Mio. an Spenden für seinen Wahlkampf. Das Erstaunliche daran ist nicht die Summe an sich, sondern der Anteil an kleinen Spenden: 56.7 Mio. und damit 48 % kommen von Spendern, die jeweils weniger als 200 $ gestiftet haben. Was schlussendlich den entscheidenden Unterschied gemacht hat, war also nicht eine grosse Spende eines Millionärs, sondern die schiere Masse an kleinen Spendern.

Hätte Obama Normalbürger:innen in seinem Fundraising Aufruf ignoriert und nur Grossgeldgeber angefragt, wäre ihm knapp die Hälfte seines Wahlkampfbudgets – und damit wohl seine Wiederwahl – durch die Lappen gegangen.

Der Obama-Ansatz im SEO

Ähnlich wie Obamas Konkurrent:innen 2012 machen es heutzutage noch einige SEO Spezialist:innen: Sie fokussieren sich in ihrem Targeting zu stark auf ein einzelnes, stark nachgefragtes Keyword mit hohem Suchvolumen.

Dies ist aber ein zu oberflächlicher Ansatz. Zahlreiche Longtail Keywords, die auf den ersten Blick ein niedrigeres Suchvolumen haben, bringen in ihrer Summe viele Klicks. Und ähnlich wie Obama in seiner Fundraising Strategie, können wir uns in unserer Keyword Research diese Erkenntnis zunutze machen, indem wir den Keywords mit niedrigem Suchvolumen mehr Beachtung schenken.

Suchmaschinen sind keine Lexika

Aber wieso kann eine Seite überhaupt für mehrere Keywords gefunden werden? Ein Grund dafür liegt in der Weiterentwicklung von Google & Co., die sich von ihrer ehemaligen Rolle als Online-Lexika verabschiedet haben: Anstatt nur nach Begriffen zu suchen, sind Suchmaschinen mittlerweile in der Lage, Bedürfnisse und Wünsche ihrer Nutzer:innen anhand deren Schlüsselbegriffen zu verstehen. Es geht nicht mehr um den genauen Wortlaut, sondern vielmehr um die Suchabsicht hinter einem Keyword: Wieso sucht Herr Schweizer nach raclette käse auf Google? Möchte er Raclettekäse kaufen oder doch lieber herausfinden, wie er hergestellt wird? Aufgrund von Erfahrungswerten kennt der Google Algorithmus die Antwort auf diese Frage und spielt die entsprechenden Ergebnisse aus.

Und weil Wünsche und Bedürfnisse vielfältig und nicht nur mithilfe eines Keywords ausgedrückt werden können, rankt gut recherchierter, qualitativer Content auch nie für nur ein einzelnes Keyword. Stattdessen ist es meistens eine ganze Sammlung an ähnlichen und semantisch verwandten Begriffen, die dieselbe Suchabsicht abdecken und zusammen auf einer Seite angesprochen werden können.

Die Lösung: Keyword Cluster

Diese Gruppe an ähnlichen Keywords nennt sich Keyword Cluster. Die Keywords innerhalb eines Cluster ähneln sich nicht nur stark in ihrer Thematik, sondern decken auch denselben Search Intent ab und können damit gemeinsam auf einer Seite angesprochen werden.

In der Keyword Research geht es also nicht mehr darum, ein einzelnes Keyword zu finden, sondern eine Gruppe an Keywords hinter denen derselbe Search Intent steckt.

Mit Keyword Cluster mehr Klicks abholen

Es ist nicht gerade einfach, für ein Keyword mit hohem Suchvolumen zu ranken, denn diese sind meistens mit starker Competition verknüpft. Als kleiner Player mit niedriger Domain Authority tut man sich da häufig schwer, gute Rankings zu erzielen.

Genau hier bietet das Targeting von Keyword Cluster einen Vorteil: Es ist viel einfacher, für eine Handvoll Keywords mit niedrigem Suchvolumen gute Rankings zu erzielen. Oft hat die Konkurrenz diese nicht auf dem Schirm.

Ausserdem erhält die Seite durch das Abdecken von mehreren Keywords mehr Tiefgang: Der Content wird ausführlicher und das Thema vollumfänglich abgedeckt. Damit erhöht sich die Qualität des Contents und eine bessere User Experience wird erzielt.

Ein Nachteil von Keyword Cluster liegt aber im Aufwand: Es ist mehr Zeit und mehr Detektivarbeit nötig, um ein Bedürfnis der Zielgruppe vollumfänglich mit verschiedenen Keyword Varianten abzudecken. Der für SEO so wichtige Search Intent muss für alle Keywords überprüft und abgeglichen werden.

Wie ihr Keyword Clusters manuell findet, zeigen wir euch in 3 einfachen Schritten.

Keyword Clustering: Step by Step

1. Erstellt eine Keyword Liste

Der erste Schritt zum Keyword Cluster ist das typische SEO Handwerk – die Keyword Research. Welche Ziele, Wünsche und Probleme hat die Zielgruppe? Mithilfe von Interviews, Zielgruppenanalyse und Brainstorming gilt es, diejenigen Keywords zu finden, die für Zielgruppe von Bedeutung sind.

Eine gute Taktik ist die Analyse der Konkurrenz: Mithilfe von Sistrix oder Ahrefs könnt ihr euch die Keywords von gut rankenden Seiten anschauen. Für welche Gruppe an Keywords rankt die Seite? Welches ist das Top Keyword aus der Gruppe? Gibt es vielleicht noch mehr Keywords, mit denen die Seite gefunden werden kann?

Auch wichtig ist der Gebrauch von Synonymen und die Überlegung, wie ein bestimmtes Bedürfnis noch anders ausgedrückt werden kann. Eine gute Idee ist z.B. immer das Bilden von Fragesätzen (z.B. mit den berühmten W-Fragen).

Die klassische Keyword Liste - hier am Beispiel einer Research für einen Käsehersteller

Im Beispiel seht ihr eine kleine Keyword Research, wie sie für einen Käsehersteller aussehen könnte, der seiner Zielgruppe in einem Blog mehr interessante Informationen und Tipps rund um das Thema Käse geben möchte. Momentan unterscheidet sich das noch nicht von der klassischen Keyword Research.

2. Gruppiert eure Keywords nach Themen

Im klassischen SEO wäre hier eure Arbeit schon halb getan. Ihr würdet die Keywords mit dem besten Business Fit und dem höchsten Suchvolumen herauslesen und dazu Content erstellen. Nicht so beim Keyword Clustering. An dieser Stelle geht es um eine erste Einteilung der Keywords in Gruppen. Dabei stellt ihr euch am besten die Frage: Welche Keywords handeln vom selben Thema? Ihr braucht hierbei nicht ins Detail zu gehen – stattdessen geht es darum, einen ersten Überblick über eure Findings zu erstellen. Ziel ist es zu erkennen, welche verschiedenen thematischen Bereiche ihr in eurer Keyword Research abgedeckt habt und welche Keywords in welchen Bereich fallen.

Gruppierung der Keywords nach Thema
Gruppierung der gefunden Keywords nach Thema

Bei genauerer Betrachtung lässt sich unsere Liste aus der Keyword Research für den Käsehersteller in zwei Themen aufteilen: Einerseits zeigt sie Keywords, die sich um Inhaltsstoffe und Ernährung drehen. Andererseits bildet sie Keywords ab, die hilfreiche Tipps zur Verwendung und Aufbewahrung von Käse liefern.

3. Gruppiert eure Keywords nach Search Intent

Habt ihr eure Themen gemappt, geht es ans Eingemachte. Sortiert nun die Keywords innerhalb eines Themas nach Search Intent und versucht so, Cluster zu finden. Hier solltet ihr euch folgende Fragen stellen:

  1. Welches dieser Keywords sind Synonyme?
  2. Welche anderen Keywords drücken denselben Wunsch oder dasselbe Bedürfnis aus?
  3. Welche Keywords könnten denselben Search Intent abdecken?

Dabei hilft es im Zweifelsfall auch, die Suchergebnisse zweier oder mehrerer Keywords zu vergleichen. Werden die gleichen Seiten ausgespielt, zahlen die beiden Keywords auf denselben Search Intent ein und gehören in dasselbe Cluster.

Gruppierung de
Gruppierung der Keywords nach Search Intent

In unserem Beispiel lassen sich die beiden Themen “Käse & Ernährung” und “Tipps rund um Käse”, in je zwei Cluster aufteilen. Beispielsweise decken die Keywords käseplatte, käseteller anrichten, käseplatte dekorieren, käseplatte ideen und welcher käse für käseplatte aus dem Thema “Tipps rund um Käse” alle denselben Search Intent ab. Mit diesen Keywords wollen Nutzer:innen Tipps zum perfekten Anrichten einer Käseplatte erhalten. Ihr seht hier also, dass ein Bedürfnis in mehreren Varianten und damit mit mehreren Keywords ausgedrückt werden kann.

​Tipp: Sich von Tools helfen lassen

Diese Einteilung in zwei Schritten erlaubt uns SEO-Spezialist:innen nicht nur ein strukturiertes Vorgehen, sondern eröffnet uns auch Möglichkeiten, unseren Content optimal zu organisieren. Aus einem Keyword Cluster entsteht eine Page, aus einem Keyword Thema entsteht ein Content Hub. Content Hubs sind speziell für Blog- und Magazinseiten spannend und erlauben uns, thematische Autorität aufzubauen, da wir ein Thema ganzheitlich, auf mehreren Seiten abdecken.

Die Einteilung in Themen und Cluster wird natürlich zu einem grossen Aufwand, je umfassender die Keyword Research sein soll. Die gute Nachricht ist: Inzwischen gibt es mehrere Tools, die Schritt 2 und 3 zuverlässig für einen ausführen. Wir verwenden beispielsweise keywordinsights.ai, es gibt aber noch einige weitere zuverlässige Tools auf dem Markt.

Yes, you can SEO!

Keywords, die auf den ersten Blick nicht lohnend erscheinen, entpuppen sich durch die Einteilung in Keyword Cluster als grosse Chance im SEO. Lasst euch von niedrigen Suchvolumen also nicht entmutigen. Schon Barack Obama wusste: Yes, we can!

Und falls ihr vor lauter Keywords das Cluster nicht mehr sieht, freuen wir uns auf eure Kontaktaufnahme.

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